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Unterstützende Behandlungsverfahren - nicht nur Pillen helfen
Schmerzen betreffen den ganzen Menschen. Deshalb ist ein ganzheitlicher Ansatz bei der Behandlung chronisch Schmerzkranker sinnvoll.
Wer ständig schmerzgeplagt ist, wird schnell zum "Griesgram": Wer leidet, schläft schlecht, zieht sich von seinen Freunden zurück, hat Angst und Depressionen und wird so schnell zum sozialen Außenseiter. Um diese Spirale aus Schmerz, Angst vor erneuten Schmerzen und Depression zu durchbrechen, genügt es gerade bei hartnäckigen Schmerzen oft nicht, nur geeignete Schmerzmittel einzunehmen.
Hier sollen einige bewährte Verfahren aus dem umfangreichen Arsenal der Schmerztherapie vorgestellt werden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche für Sie geeignet sind. Darüber hinaus spielen auch andere Aspekte eine wichtige Rolle. Dazu zählen etwa ein gesunder Lebensstil und eine gesunde Ernährung.
Akupunktur
Dieses Heilverfahren aus der traditionellen chinesischen Medizin hat hierzulande
inzwischen viele Anhänger gefunden. An besonders geeigneten Punkten,
so genannten Meridianen, setzen geschulte Ärzte Nadeln. Eine moderne
Variante ist die elektrische Stimulation dieser Akupunkturpunkte oder die
Reizung über Laserstrahlen ohne Nadeln.
Inwieweit die Akupunktur im Einzelfall erfolgreich ist, hängt von der Erfahrung des Therapeuten und der zugrunde liegenden Erkrankung ab. In der Regel lässt sich der Erfolg der Behandlung erst nach wiederholter Anwendung beurteilen.
Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
Ähnlich wie die Akupunktur versucht auch die TENS-Methode über eine Gegenstimulation schmerzempfindlicher Nervenbahnen Schmerzen zu verdrängen. Mit kleinen tragbaren Elektrostimulatoren können sich Patienten geeignete Stromstärken mehrmals täglich zuführen. Reagieren Schmerzkranke positiv, kann ein Gerät verordnet werden. Angewendet werden kann das Verfahren bei fast allen dauerhaften Schmerzen.
Psychologische Verfahren
Wie stark Schmerzen empfunden werden, hängt immer auch von der psychischen Grundeinstellung ab: Während des Lesens eines spannenden Krimis werden auch stärkere Kreuzschmerzen beispielweise kaum wahrgenommen. Liegt man jedoch untätig im Bett oder auf dem Sofa können die gleichen Beschwerden fast unerträglich werden.
Mit Hilfe spezieller Schmerzbewältigungsverfahren können Betroffene lernen, besser mit ihren Schmerzen zu leben. Yoga, Meditation oder Entspannungsverfahren, aber auch Musik- oder Kunsttherapie sind bewährte psychologische Verfahren. Wer vergisst nicht etwas von seinen Schmerzen, wenn er seine Lieblingsmelodie im Ohr hat oder seine Schmerzen im Bild darstellen kann? [weiter ...]
Krankengymnastik - Physiotherapie
Ein Eckpfeiler jeder Schmerztherapie ist die Krankengymnastik. Bei Gelenk- und Wirbelsäulenschmerzen, Rheuma, Osteoporose, aber auch bei Krebs- oder Nervenschmerzen gilt es, die vielfältigen Möglichkeiten der physikalischen Medizin frühzeitig anzuwenden und mit der Medikation zu kombinieren.
Insbesondere bei Schmerzen am Bewegungsapparat ist oft die Chirotherapie oder manuelle Medizin segensreich. Gelenkblockierungen an der Wirbelsäule können mitunter durch einige spezielle Handgriffe dauerhaft beseitigt werden.
Örtliche Betäubung
Örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) schalten die Nervenleitung für Stunden bis Tage aus. Sie werden beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall eingesetzt, speziell auch bei starken Nervenschmerzen durch eine Gürtel- oder Gesichtsrose. Häufig wird die örtliche Betäubung angewendet, um zu klären, ob der betäubte Nerv die Quelle der Schmerzen ist.
Auch bei manchen umschriebenen Schmerzpunkten in Muskeln, von denen Schmerzen ausgelöst werden können, kann eine örtliche Betäubung sinnvoll sein.
Schmerztagebuch: Ihre Mitarbeit zählt
Der Erfolg der Behandlung chronischer Schmerzen hängt entscheidend von Ihrer Mitarbeit und Geduld ab. Sie selbst müssen zum Experten Ihrer Krankheit werden und dazu hilft es, wenn Sie ein Schmerztagebuch führen. Nur so können Sie feststellen, wann Ihre Schmerzen auftreten, womit Sie diese verdrängen können und was Ihnen weniger gut tut. Ihr Arzt hält Ihre Dauer- und Bedarfsmedikamente fest und passt die Dosierungen an Ihre Erfordernisse an. [weiter ...]
Selbsthilfegruppen:Sie sind mit Ihren Schmerzen nicht alleine!
Gemäß dem Motto "Geteiltes Leid ist halbes Leid" kann es sich daher durchaus für Sie lohnen, regelmäßig an einer Selbsthilfegruppe teilzunehmen. Dort berichten Betroffene aus eigener Erfahrung und empfehlen Schmerzspezialisten. [weiter ...]