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Welche Psychotherapie- und Schmerzbewältigungsverfahren sind sinnvoll?

So vielfältig das Schmerzerleben jedes Menschen, so vielfältig sind die Angebote an psychotherapeutischen Verfahren. Ein Patentrezept gibt es nicht.

Es kommt sehr auf die Bedürfnisse und Voraussetzungen jedes Einzelnen an. Was dem einen behagt und gut tut, hilft einem anderen Menschen vielleicht überhaupt nicht. Manche Verfahren haben sich jedoch bei vielen Menschen als wirksam erwiesen. Der behandelnde Arzt, der einen Schmerzpatienten gut kennt, kann wahrscheinlich am ehesten eine Empfehlung aussprechen, welches Verfahren Aussicht auf Erfolg hat.

Eine kleine Übersicht bekannter Formen der Psychotherapie:

Verhaltenstherapie

Hier "lernen" Betroffene ihre Schmerzen unter Kontrolle zu bringen. Dazu führen sie beispielsweise ein Schmerztagebuch, mit dem sie festhalten, in welchen Situationen sie starke, weniger starke oder keine Schmerzen haben. Dadurch können sie die Fähigkeit entwickeln, die Stärke der Schmerzen mit der Zeit selbst zu beeinflussen.

In kleinen Schritten werden Schmerzpatienten aktiver. Sie erfahren, dass Leben trotz Schmerzen möglich ist und lernen zum Beispiel durch das bewusste Erleben angenehmer Aktivitäten das Schmerzniveau zu senken.

Psychophysische Verfahren

Unter diesem Schlagwort werden Verfahren zusammengefasst, bei denen durch Selbstbeeinflussung ("Autosuggestion") körperliche Reaktionen kontrolliert werden. So lehren Biofeedback und Entspannungstechniken, wie Spannungen und Ängste aufgelöst werden können, die Schmerzen verschlimmern können. Bekannte Entspannungsverfahren sind etwa das Autogene Training und die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen.

Kognitive Therapie

Bei diesem psychologischen Verfahren können unter anderem negative Gedanken aufgedeckt werden, die automatisch im Zusammenhang mit dem Schmerzerleben in den Sinn kommen. Solch negative Gedankengänge können dazu beitragen, Schmerzen weiter zu verschlimmern.

Häufig bieten Schmerzambulanzen oder niedergelassene Schmerztherapeuten im Rahmen der ganzheitlichen Betreuung ihrer Patienten auch eine psychologische Betreuung an. Oder sie kennen vielleicht Therapeuten, die sich auf die Behandlung von Schmerzpatienten spezialisiert haben. Fragen Sie nach!

Quelle: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie; 3. überarbeitete Auflage 2005, Georg Thieme Verlag Stuttgart