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Psychotherapie bei Schmerz:
Nein danke! Oder vielleicht doch?

Dauerschmerz beeinflusst den gesamten Menschen, er kann Körper und Seele zermürben. Hier kann psychologische Unterstützung einen Weg aufzeigen, Schmerz besser zu bewältigen.

Die Geschichte der Frau F.

Heide F., 65 Jahre alt, kämpft schon lange gegen ihre Schmerzen an. Begonnen hatte alles vor mehr als 20 Jahren, als sie zunehmend unter Rückenschmerzen litt. Als Reinemachfrau hatte sie sich oft bücken und schwer tragen müssen. Für ihren Arzt war die Diagnose schnell klar: Schwere Arthrose im Bereich der Lendenwirbelsäule. In der ersten Zeit kam sie mit den Schmerzen halbwegs zurecht. Heide F. nahm gelegentlich Schmerzmittel ein, die ihr Arzt verschrieben hatte, ließ sich massieren und schonte sich so gut es ging.

Doch langsam begann der ständige Schmerz an ihr zu nagen. Es ärgerte sie, nicht mehr so mobil zu sein wie früher. Heide F. ging immer seltener aus dem Haus, sie vermied Gesellschaft, weil sie Angst hatte nicht mithalten zu können. Als Frührentnerin fühlte sie sich erst recht ausgeschlossen. Mit ihrer Wut und Verzweiflung nahmen die Schmerzen an Stärke zu.

Teufelskreis aus Schmerz und Verzweiflung

Eine Geschichte, wie sie viele Menschen kennen, die unter chronischen Schmerzen leiden. Dauerschmerz kann sich tief greifend auf die seelische Verfassung auswirken. Schmerzpatienten berichten über Gefühle der Wut, Depression, Traurigkeit, ja sogar Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Kein Wunder, dass Betroffene Schwierigkeiten haben zu arbeiten oder den Alltag zu bewältigen. Und diese Schwierigkeiten wirken sich wiederum auf das Schmerzerleben aus. Denn ohne Ablenkung, ohne positive Erlebnisse erscheinen Schmerzen noch einmal so schlimm. Ein Teufelskreis.

Professionelle Hilfe ist gefragt

Spätestens in einer solchen Situation wie Heide F. sie erlebte, bedeutet psychologische Unterstützung ein Hilfsansatz. Sie kann dazu beitragen die Auswirkungen von Schmerzen auf die Betroffenen und ihre Angehörigen, Freunde oder Kollegen zu bewältigen. Manche psychologische Verfahren sind sogar in der Lage, tatsächlich Schmerzen zu lindern.

Wie man heute weiß, sollte diese Hilfe Teil eines gesamtheitlichen Behandlungskonzepts sein. Das heißt, die Behandlung sollte den gesamten Menschen einbeziehen, da Schmerz schließlich auch den gesamten Menschen beeinflusst. Zu Elementen einer solchen Behandlung können beispielsweise Wohlfühl- und Entspannungstechniken, Krankengymnastik, Sport, Schmerzmedikamente und eben auch die seelische Unterstützung im Rahmen einer Psychotherapie zählen.

Keine Vorurteile!

Wenn der Arzt professionelle psychologische Hilfe empfiehlt, meint er damit nicht, dass der Betroffene sich den Schmerz nur einbildet. Eine Psychotherapie sollte nicht als Eingeständnis einer psychischen Schwäche aufgefasst werden, sondern als Stärke, aktiv einen Ausweg aus dem Teufelskreis zu suchen. Am Ende des Wegs kann die Fähigkeit stehen, besser mit Schmerzen umzugehen und die Lebensqualität zu erhöhen.

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