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Richtig sitzen

...sitzen Sie vielleicht auch so?
Der Knochenmann im Auto macht den typischen Rundrücken, den viele Menschen auch an Bildschirmarbeitsplätzen machen:
Das Becken ist nach hinten gekippt, der Rücken ist zu rund, der Knochenmann hängt zu weit vorne auf der Sitzfläche des Stuhls und verteilt den Sitzdruck irgendwo zwischen seinem Gesäß und den unteren/mittleren Teil des Rückens. Dabei verschwindet er halb unter dem Lenkrad beziehungsweise unter dem Tisch.
Diese Haltung ist zwar auf den ersten Blick nicht anstrengend, aber die Muskulatur wird auf die Dauer sehr beschäftigt sein, die Wirbel aufeinander zu halten. Stellt man sich die Wirbel als Bauklötze vor, wird klar, dass dieses Türmchen ohne zusätzliche Haltefunktionen durch Bänder und Muskeln schnell auseinander fallen würde! Außerdem werden die Vorderkanten der Klötze zusammengepresst - dies führt zu Verschleißerscheinungen an Wirbeln und Bandscheiben.
Tipps:
- Rutschen Sie mit dem Gesäß ganz nach hinten auf dem Sitz und kippen Sie das Becken nach vorne - der Haupt-Sitzdruck müsste jetzt auf dem Gesäß und der Unterseite der Oberschenkel lasten, nur noch ganz wenig Druck darf vom Rücken auf die Sitzlehne ausgeübt werden. Spüren Sie diesen Unterschied?
- Strecken Sie den ganzen Körper, als ob Sie sich so groß wie möglich machen wollten. Sie sind auf einmal wirklich größer und sitzen zu hoch für Ihren Bildschirm? Dann sind Sie auf dem richtigen Weg, sollten Ihren Stuhl aber in der Höhe herunterstellen
...oder sitzen Sie vielleicht so?

Der Knochenmann am Computer hat den Sitzdruck an der richtigen Stelle. Trotzdem wird auch er Rückenschmerzen bekommen, denn sein Becken ist zu weit nach vorne gekippt, er geht beim Sitzen ins Hohlkreuz. Auch hier lasten die großen tief sitzenden Rückenwirbel, die ja das meiste Gewicht von allen Wirbeln tragen müssen, nicht optimal aufeinander.
Dieser Haltungsfehler ist seltener als der Rundrücken. Er wird manchmal eingenommen, wenn der Stuhl zu nah an Tisch und Bildschirm geschoben ist; man versucht, Abstand zu nehmen, um besser sehen zu können. Auch eine falsche Vorstellung von einer "geraden Haltung" führen manchmal - und fortgeschrittene Stadien einer Schwangerschaft immer - zur Hohlkreuzhaltung, da Schwangere diese Haltung bis zu einem gewissen Grade einnehmen müssen, um ihr Gleichgewicht zu halten.

Bald werden Sie nur noch so sitzen
Der Knochenmann auf diesem Bild sitzt richtig. Das Gewicht seines Oberkörpers überträgt sich von oben nach unten über Gesäß und Oberschenkel auf den Sitz und nicht - wie beim Rundrücken - schief und quer über die unteren Rückenwirbel in die Sitzlehne hinein. Diese Säule aus Wirbeln steht fast von alleine, hat ihre maximal erreichbare Höhe und die Rückenmuskeln können sich ihrer eigentlichen Arbeit zuwenden. Wie oft drehen Sie sich am Tag nach links oder rechts, beugen sich vor, heben die Arme, drehen den Kopf? An all diesen Vorgängen sind Rückenmuskeln beteiligt!
Dynamisches Sizen ist angesagt, nicht das steife Verharren
in einer Position.
Dabei kommt es auf die richtige Einstellung beim Bürostuhl an. Die
Rückenlehne soll Ihre Wirbelsäule mit sanftem Gegendruck in jeder
Sitzposition abstützen. Arretieren Sie deshalb die Rückenlehne
nicht, und regulieren Sie den Gegendruck entsprechend Ihrem Gewicht. Nutzen
Sie Gelegenheiten ständiges Sitzen zu unterbrechen: durch andere Tätigkeiten,
in Ihren Pausen oder indem Sie zum Beispiel zum Telefonieren aufstehen.