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Bewegung und Sport: Ja – aber bitte ohne Schmerzen!
Eine vernünftige Lebensweise, zu der vor allem körperliche Bewegung und Ausdauersport zählen, nützt auch den Gelenken – vorausgesetzt, die Schmerzen sind im Griff!

Treiben Sie Sport, obwohl Ihre Gelenke schmerzen? Oder lassen Sie es lieber bleiben, weil die Schmerzen dann zunehmen? Viele Menschen neigen eher zu Letzterem und verzichten auf Sport und Bewegung. Dabei ist unbestritten: Sport und Bewegung machen nicht nur Spaß und halten gesund, sondern sind auch die beste Gesundheitsvorsorge, die Sie treffen können! Und das unabhängig vom Lebensalter. So laufen Sie deutlich weniger Gefahr, an Bluthochdruck oder der Zuckerkrankheit zu erkranken und einen Herzinfarkt zu erleiden. Nicht zuletzt tun Sie etwas Gutes für Ihre Gelenke und Knochen.
Schmerzen am Bewegungsapparat
Gerade von Gelenken und Knochen gehen häufig Schmerzen aus, die unterschiedlichste Ursachen haben können. Besonders oft treten Schmerzen als Folge von Gelenkverschleiß oder Gelenkrheuma auf. Aber auch zu viel oder falsch ausgeübter Sport kann den Bewegungsapparat überlasten und so Schmerzen hervorrufen. Daher müssen Schmerzen zunächst als Warn- und Schutzsymptom aufgefasst werden.
Als Folge von Sportverletzungen, einseitigen Belastungen oder oft kleineren Unfällen, die nicht ernst genommen werden und bei denen scheinbar nichts verletzt wurde, können Veränderung der Muskelfunktion, eine Fehlbelastung von Gelenken und damit Schmerzen auftreten.
Wichtig ist eine richtige Diagnose. Der Arzt befragt dazu den Betroffenen ausführlich und untersucht ihn von Kopf bis Fuß. Erst dann sollte mit der Behandlung begonnen werden. Hat der Arzt eine Erkrankung entdeckt, die den Schmerz wahrscheinlich verursacht, wird er diese zunächst behandeln und so versuchen, den Schmerz auszuschalten.
Teufelskreis: Schmerz und Bewegungsmangel
Viele Menschen leiden unter anhaltenden Schmerzen, die vor allem dann entstehen, wenn Schmerzen, die plötzlich aufgetreten sind, nicht ernst genommen und nicht ausreichend behandelt werden: Aus solchen akuten Schmerzen werden mit der Zeit chronische Schmerzen. Hier beginnt nun ein Teufelskreis: Schmerzen nehmen überhand, darunter leidet die Beweglichkeit und hält die Betroffenen davon ab, sich zu bewegen. Die Folge: Die Schmerzen nehmen weiter zu.
Dabei weiß man heute, dass Bewegungsübungen bei Gelenkleiden unverzichtbar sind. Gerade für Patienten mit Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Rheuma ist eine gesunde Lebensweise mit gelenkschonendem Ausdauersport wichtig. Ansonsten baut der Körper ab, was er nicht benutzt; die Muskeln verschwinden, die Gelenkkapseln und Sehnen ziehen sich zusammen. Am Ende kann man sich gar nicht mehr rühren.
Welche Sportarten sind zu empfehlen?
Bei Gelenkleiden kommen vor allem Sportarten mit runden und gleitenden Bewegungen ohne viel Kraftaufwand in Betracht. Beispiele sind Schwimmen, Radfahren oder Wandern. Dagegen sollten Sie keine Sportarten ausüben, bei denen plötzliche Richtungswechsel und abrupte Bewegungen angesagt sind, zum Beispiel Tennis, Fußball oder Squash.
Wichtig: Mediziner raten dazu, dass jeder, der sich sportlich betätigen will, sich zunächst von einem Arzt untersuchen lassen sollte. Dies gilt mit zunehmendem Lebensalter umso mehr. In jedem Fall sollte man körperliche Überlastung vermeiden, da sie erhebliche gesundheitliche Risiken birgt. Auch empfiehlt sich die anfängliche Anleitung durch einen Physiotherapeuten.
Was tun? Mehrgleisige Behandlung sinnvoll
Da Gelenkerkrankungen so komplex sind, raten Schmerz- und Gelenkexperten, bei der Behandlung immer mehrgleisig zu fahren. Neben der Gabe von Schmerzmitteln gehören vor allem Maßnahmen wie die Krankengymnastik, die gezielte Anwendung von Wärme und Kälte und orthopädische Hilfsmittel dazu.
Bewegung ist dabei von ganz zentraler Bedeutung. Denn aktive Patienten gewinnen nicht nur eine größere Beweglichkeit für den Augenblick. Auch die Lebensqualität kann sich verbessern. Und Bewegung hält nicht zuletzt das Körpergewicht im grünen Bereich und mindert so die schädliche Belastung vor allem auf Rücken, Knie- und Hüftgelenke.
Schmerzen mit Medikamenten wirksam behandeln
Als Mittel der ersten Wahl gelten bei leichteren Gelenkschmerzen in der Regel Arzneimittel aus der Klasse der so genannten "nichtsteroidalen Antirheumatika". Bei stärkeren Schmerzen behandeln heute Ärzte frühzeitig mit stärkeren Schmerzmitteln, den so genannten Opioiden. Denn oft sind Opioide in einer geringen Dosis - selbst über längere Zeiträume - besser verträglich als rezeptfrei erhältliche scheinbar "leichtere" Schmerzmittel. Opioide können allein oder zusätzlich zu den "Rheumamitteln" eingesetzt werden.
Opioide greifen den Schmerz vor allem an den Nervenbahnen an und unterstützen die körpereigene Schmerzhemmung. Sie können in Form von Tabletten eingenommen werden und manche Opioide halten den Schmerz über einen längeren Zeitraum in Schach.
Selbst wenn Sie durch die Behandlung bei alltäglichen Bewegungen schmerzfrei sind, kann sich Ihr Körper in bestimmten Situationen wieder mit Schmerzen melden, beispielsweise bei der Ausübung eines für Sie geeigneten – und von Ihnen geliebten – Sports. Oder Sie verspüren Schmerzen bei der für Sie notwendigen Krankengymnastik.
Hier kann Ihnen Ihr Arzt ein Schmerzmittel verschreiben, das nur kurz wirkt und Ihnen die unangenehmen Schmerzspitzen nimmt.
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Weitere Links im Internet
PDF 'Mobil
gegen Rheuma-Schmerz' (462 KB)
Eine Broschüre der Deutschen Rheuma-Liga zum Funktionstraining (PDF)