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Für einen stressfreien Urlaub: ohne Schmerzen unterwegs

Viele Schmerzgeplagte fahren aus Angst vor ihrem Leiden nicht in den Urlaub. Doch mit etwas Vorbereitung können auch chronisch Schmerzkranke unbeschwerte Tage genießen.

Foto eines Leuchtturms

Schmerztherapeuten bestätigen: Alle Schmerzkranken sind reisefähig, Schmerzen alleine sind kein Grund, nicht in den Urlaub zu fahren. Im Gegenteil: Urlaub kann auch bedeuten, Abstand von seinen Schmerzen zu gewinnen und sich abzulenken. Und Ablenkung lässt Schmerzen in den Hintergrund treten.

Ein paar Tipps sollten Menschen mit chronischen Schmerzen allerdings beherzigen, damit der Urlaub nicht im Stress endet. Denn Stress verstärkt Schmerzen, anstatt sie zu lindern.

Schmerzfreie Anreise

Lange Warteschlangen, schweres Gepäck, lange Wege: Gerade für Menschen mit Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen kann die Anreise eine große Belastung darstellen. Damit Schmerzkranke zum Beispiel beim Check-in am Flughafen nicht lange mit schwerem Gepäck in der Schlange stehen müssen, kann das Gepäck in der Regel stressfrei bereits vorab eingecheckt werden.

Medikamente: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!

Im Urlaub fällt häufig die zusätzliche Schmerzbehandlung in Form von Krankengymnastik, Akupunktur oder Psychotherapie weg. Daher muss der behandelnde Arzt oft die Dosierung der Schmerzmedikamente für die Dauer des Urlaubs erhöhen. Zur Sicherheit, etwa wenn es zu Magen-Darm-Problemen mit Erbrechen kommt, sollten zusätzlich Schmerzmittel zum Beispiel in Form von Zäpfchen oder Spritzen mitgenommen werden. Sprechen Sie unbedingt vor Ihrem Urlaub darüber mit Ihrem Arzt!

Und Achtung: Manche Medikamente sind am Urlaubsort nicht in der gewohnten Darreichungsform, Qualität oder Dosierung zu erhalten. Daher sollten Schmerzkranke sich Medikamente in ausreichender Menge in den Urlaub mitnehmen und insbesondere bei Fernreisen rechtzeitig klären, ob die Einfuhr ihrer Medikamente im Reiseland beschränkt ist.

Mit Opioiden auf Reisen

Auch die Einnahme von starken Schmerzmitteln, den Opioiden, stellt keinen Grund dar, nicht in den Urlaub zu fahren. Manche, aber nicht alle Opioide unterliegen bei der Verschreibung einer besonderen Kontrolle, die in der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) geregelt ist. In diesem Fall muss eine entsprechende ärztliche Bescheinigung auf der Reise mitgeführt werden.

Patienten, die Opioide einnehmen, sollten sich bei einer Zeitverschiebung unmittelbar auf den Tagesrhythmus am Ort einstellen. Für Probleme während des Übergangs, kann der Arzt ebenfalls geeignete Schmerzmittel verordnen.

Wer Urlaub in einem heißen Land plant und Schmerzpflaster trägt, sollte Vorsicht walten lassen, da die Schmerzmittel-Dosis aus dem Pflaster beim Schwitzen höher sein kann.

[Mehr Infos: Mit Medikamenten ins Ausland...]

Sprechen Sie bitte auf jeden Fall vor Reiseantritt mit Ihrem behandelnden Arzt!

Foto von Sonnenblumen

Wenn der Rücken schmerzt

Viele Menschen, ganz besonders aber Menschen mit Rückenschmerzen, haben die leidvolle Erfahrung gemacht: Hotelbetten können einem die schönsten Tage des Jahres verderben. Mal sind sie zu hart, mal zu weich und durchgelegen, auf jeden Fall nicht so wie gewohnt.

Falls nachts Schmerzen auftreten, können Rückenschmerz-Patienten im Notfall die Matratze auf den Boden legen. Eine andere Idee ist es, eine Campingmatte mitzunehmen, bei Nackenschmerzen evtl. ein Campingkissen. Und falls Patienten einen Nierengurt gegen Rücken- oder Kreuzschmerzen tragen, sollten sie auch im Urlaub nicht darauf verzichten.

Heilsamer Strom: Mit TENS unterwegs

Patienten, die ihre Schmerzen erfolgreich mit der "transkutanen elektrischen Nervenstimulation" (TENS) bekämpfen, sollten auf langen Reisen nicht darauf verzichten. Dazu können die Elektroden während der Reise angeklebt bleiben, um bei Bedarf die Muskeln zu stimulieren. In heißen Ländern kommt man bei TENS-Geräten mit einer geringeren Stromstärke aus als zu Hause, da schweißfeuchte Haut besser leitet als trockene.

Quelle: Ärztezeitung, 02.08.2004