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Schmerzen und Depressionen hängen oft zusammen
Wer Schmerzen hat, ist häufig auch depressiv und umgekehrt. Woran liegt das?
Wenn die kalten und dunklen Tage kommen
Viele kennen dieses Gefühl, wenn Herbst und Winter beginnen. Die Tage werden kürzer und dunkler und eine traurige Stimmung legt sich auf das Gemüt. Experten sprechen auch von einer so genannten saisonalen Depression oder Winterdepression. Als Auslöser gilt die verminderte Lichtintensität in Kombination mit weniger Sonneneinstrahlung und sinkenden Temperaturen in der kalten Jahreszeit. Durch das mangelnde Licht verändern sich bestimmte Funktionen im Gehirn.
Depressionen kommen nicht nur in den Wintermonaten vor. Sie können ganz plötzlich und scheinbar grundlos entstehen. Oft gibt es auch bestimmte Auslöser wie belastende Lebensereignisse, zum Beispiel den Tod des Partners oder eines nahe stehenden Verwandten.
Was ist eine Depression?
Eine Depression ist eine Krankheit, bei der Niedergeschlagenheit und viele weitere körperliche und psychische Beschwerden über einen längeren Zeitraum auftreten. Bei der Entstehung von Depressionen scheinen chemische Botenstoffe im Gehirn, die Neurotransmitter, eine wichtige Rolle zu spielen. Bestimmte Medikamente gegen Depressionen, so genannte Stimmungsaufheller oder in der Fachsprache Antidepressiva, bessern die Beschwerden bei einer Depression, indem sie die Wirkung der Neurotransmitter im Gehirn erhöhen.
Depressionen und Schmerzen
Typische Symptome bei einer Depression sind zum Beispiel Traurigkeit, Müdigkeit oder Antriebslosigkeit. Viele Menschen, die Depressionen haben, leiden auch unter Schmerzen. Diese Schmerzen können sich auf bestimmte Körperregionen beschränken. Manche Menschen mit Depressionen verspüren auch Schmerzen am ganzen Körper. Typisch ist, dass sich für die Schmerzen keine fassbaren Ursachen finden lassen.
Doch auch umgekehrt können Schmerzen auf das Gemüt schlagen und zu Depressionen führen. Besonders Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden, also andauernde Schmerzen haben, sind oft gleichzeitig depressiv. Durch die Schmerzen sind sie in ihren täglichen Aktivitäten eingeschränkt. Sie ziehen sich aus ihrem normalen Leben zurück und werden zunehmend einsam und depressiv. Auch die Angst vor weiteren Schmerzen führt oft zu Depressionen. So bildet sich mit der Zeit ein Teufelskreis. Die Schmerzen verursachen Angst und Depressionen. Die Depressionen verstärken die Schmerzen, die wiederum die Depressionen verschlimmern und so fort. Am Ende weiß man manchmal gar nicht mehr, was die Ursache und was die Folge ist.
Stimmungsaufheller als Schmerzmittel
Um den Teufelskreis von Schmerzen, Angst und Depressionen zu durchbrechen, kann es sinnvoll sein, Schmerzmittel und Antidepressiva gleichzeitig einzunehmen. Verordnet der Arzt neben den normalen Schmerzmedikamenten zusätzlich Antidepressiva, heißt das aber nicht zwangsläufig, dass er eine Depression diagnostiziert hat. Manche Antidepressiva besitzen nämlich neben ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung einen eigenständigen schmerzlindernden Effekt. Sie bessern auch bei Schmerzkranken, die keine Depressionen haben, die Schmerzen, und zwar in viel niedrigeren Dosen als sie für die Behandlung einer Depression benötigt werden. Aus diesem Grund werden die Stimmungsaufheller in der Schmerztherapie manchmal zusätzlich als Hilfsstoffe zur Unterstützung der Schmerzmittel verordnet.
Dürfen Schmerzmittel und Antidepressiva gleichzeitig eingenommen werden?
Viele Schmerzpatienten haben Bedenken, mehrere Medikamente gleichzeitig einzunehmen. Sie fürchten, dass sich die verschiedenen Arzneimittel nicht miteinander vertragen und dass schwere Nebenwirkungen auftreten. Diese Bedenken sind nicht ganz unbegründet. Bei mittelschweren und starken Schmerzen werden gerne die so genannten Opioide verschrieben. Hier ist es besonders wichtig zu wissen, dass manche Opioide nicht gemeinsam mit Antidepressiva eingenommen werden dürfen. Andererseits gibt es auch Opoide, die sich sehr gut mit den Stimmungsaufhellern vertragen. Am besten, Sie sprechen mit Ihrem Arzt darüber. Er kann Sie beraten, welches Opioid sich am besten für eine Kombination mit den Antidepressiva eignet.
Quellen:
Kompetenznetz Depressionen,
Leidenstrias Schmerz, Depression und Angst. STK – Zeitschrift für angewandte Schmerztherapie. 1/2001.